Seit Anfang der 80er-Jahre ist ein wichtiger Teil meines Lebens die intensive und seitdem unablässige Hinwendung zur Malerei (stets Autodidakt).
Mit Einzelausstellungen und Beteiligungen, zum Beispiel bei div. Kunstvereinen durfte ich auf meine Bilder seit Mitte/Ende der 80er-Jahre aufmerksam machen.
Bei vielen konnte Neugier und Interesse geweckt werden, und es entstanden zahlreiche und oft anhaltende Kontakte zu Sammlern und Kollegen.
Private und öffentliche Ankäufe blieben und bleiben nicht aus – vor allem aber: Atelier-Besucher werden zu Sammlern, „bleiben dran“, fühlen mit und lassen sich anregen durch Formulierangebote wie:
„Malerei, das ist für mich Intuition und Rhythmus, Emotion und Spontaneität. Korrespondenz zwischen Format, Farbklängen und Linien, die im besten Fall hinführt zu einer bewegenden Komposition.“
Aus einem gewachsenen System an „Mal-Zeichen“ zu einem Farb- und Formenrepertoire kommen, das die sichtbare und fühlbare Welt verdichtet, eindringlich reduziert, Gegenständlichkeit nicht braucht, und eine Qualität findet, die Türen öffnet.
Emil Schumacher sagt:
„Empfinde die Farbe, fühle die Form. Das ist der Weg zum Bild.“
Es entstehen beständig Einzelarbeiten und Serien.
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Wege zur Kunst – meine Wege zur Kunst:
Diese können geradlinig, verschlungen, überraschend oder auch seltsam sein:
Prägend für mich war 1979 ein erster Kontakt mit zeitgenössischer Kunst in einer Ausstellung am Gymnasium Laufen unter dem Titel „5 bildende Künstler aus dem Berchtesgadener Land“. Dort kam es zu Begegnungen mit von mir noch nie gesehener Kunst und vor allem auch zu einer ersten, mich intensiv bewegenden Berührung mit Arbeiten von Heini Linkshänder (damals noch Heinrich Strasser), der im Katalog u.a. schrieb: „…ich will den Zustand der unbekannten Sensibilität, den Zustand einer Atmosphäre…“. „Botschaft an jemanden“ stempelte er rot über den Text – eine Botschaft dieser Art hatte mich wohl gefunden.
Solche Formulierungen in Verbindung mit dem Gesehenen ließen mich nicht mehr los.
Grafiken, Collagen, Materialbilder, unterschiedlichste Formate und Techniken, alles eindringlich reduziert oder auch massiv im Auftritt – man muss die Arbeiten sehen.
Ähnlich erging es mir mit den Arbeiten von Martin Rasp aus Berchtesgaden, der wissen ließ: „Bilder machen ist für mich, wie manchmal eine ungewöhnliche Entscheidung…“. Schließlich Frederic Hienstorfer aus Bad Reichenhall: „Ich glaube, es ist die Aufgabe der Kunst, das Gefühl, das Unaussprechliche, metaphysisch Wirksame im Menschen in Bewegung zu bringen, sofern er die Bereitschaft hierfür mitbringt.“.
Still werden, sich sammeln, eintreten, mit wachen Sinnen und offener Seele schauen, lauschen, erleben – darum bemühe ich mich, dazu versuche ich mich und Neugierige anzuregen.
Mein eigenes Malen und Zeichnen in der auch hier vorgestellten Form und Entwicklung ist mir -so denke ich nach vielen Jahren- lautlos, aber irgendwie zwingend, ja unausweichlich zugewachsen.
Und früh begannen interessiert Wohlgesonnene den Weg mit mir mitzugehen, auch mitzufühlen, sich von Formen und Farben, von Linien, von Formaten neugierig einnehmen zu lassen.
„Man kann seine Intuitionen nicht wiederholen, sowenig wie eine Welle sich in ihrer Form je wiederholen kann.“ (Julius Bissier)
„Jeder möchte die Kunst verstehen. Warum versucht man nicht, die Lieder eines Vogels zu verstehen?“ (Pablo Picasso)
„…Das echte Verhalten vor dem Kunstwerk besteht darin, dass man still wird, sich sammelt, eintritt, mit wachen Sinnen und offener Seele schaut, lauscht, miterlebt. Dann geht die Welt des Werkes auf…“ (Curt Heigl, ehem. Direktor Kunsthalle Nürnberg)
Für mich gilt das alles bis heute und ich füge an, was Anni Albers, die prominente Figur in der Bauhausbewegung, über die tiefgreifende Kraft der Kunst sagt:
„Kunst hat die Fähigkeit, unseren Gefühlszustand zu heben und uns Freude auf einzigartige und tiefgreifende Weise erleben zu lassen. Diese Perspektive hebt die tiefe Verbindung zwischen Kreativität und menschlicher Erfahrung hervor und betont, wie Kunst unser Leben bereichern und unsere Wahrnehmung von Glück verändern kann.“
PRESSE/Stimmen
Dr. phil. Gerda Poschmann-Reichenau:
Farbenfrohe Lebensfreude und musikalische Bewegung
Janis Bilder lösen vielfältige Assoziationen aus, ohne nach Entschlüsselung zu verlangen. Mal gemahnen die Hochformate streng schwarzweiß an fernöstliche Kalligraphie, mal versprühen sie spielerisch farbenfroh Lebensfreude und scheinen mit ihren Bild-Nachbarn geradezu ins Gespräch zu kommen.
Die jazzig bewegten Farbkompositionen der größeren Einzelbilder wiederum pulsieren geradezu in Gelb- und Rottönen, die spannungsvoll vor und gegen Schwarzblau kontrastieren.
Immer wieder überraschende Variationen im Wiederkehrenden von Farbgebung und Pinsel- oder Linienführung zeugen dabei von einem Vertrauen auf die künstlerische Intuition, die Jani mit einem Zitat von Julius Bissier ausdrückt: „Die Bilder müssen kommen wie der Atem“. Diesem Atem zu lauschen und nachzuspüren, ihn mit dem eigenen Rhythmus abzugleichen, dazu laden diese Werke ein.
Prof. Dr. Christian Freigang (Kunsthistorisches Institut der Freien Universität Berlin)
aus einem übermittelten Briefwechsel:
„Kleine Welten“ mit reduzierten Mitteln…
…Sehr konzentriert scheinen die Arbeiten von Ernst Jani: da ist was drin, und sie erinnern an Kalligraphie aus SO-Asien und auch an Kandinsky, der hat eine Serie „kleine Welten“ benannt, so kommt mir das hier auch vor. Die Technik sieht ganz einfach aus, aber das ist ja auch der „Witz“ – ganz reduziert in den Mitteln – aber dann kommt es eben auf die Feinheiten an, welche Farben, was verläuft wo und wie ineinander. Wie spricht das Papier hinter den Farben? Allerdings gefallen mir die älteren Arbeiten besser, das ist interessanter geschnitten und gerahmt, prägnanter in den Gegenüberstellungen von Motiven. Die jüngeren Arbeiten sehen ein bißchen schon nach „Altersstil“ aus: gekonnt und virtuos, aber aus leichterer Hand …
Eberhard Zeh (ev. Pfarrer i.R.) zur Ausstellung „Kunst in der Kirche“:
Ein Bild muß orgeln
„Bilder zum „einhören“ – ja, Sie haben richtig gelesen: „Ein Bild muß orgeln“ sagte mein Kunstlehrer. Die Bilder von Ernst Jani tun dies. Üblicherweise bedeutet „Kunst in der Kirche“ sakrale Zweckkunst, deren mittelalterliche Ursprünge ein Analphabetentum der Kirchgänger voraussetzt. Kirchgänger, denen mittels der Darstellung biblischer Szenen und Begebenheiten der Inhalt der Bibel nahegebracht werden sollte.
Eine Art von Kunst also, die einen eindeutigen Zweck verfolgt, bisweilen sogar einen pädagogischen.
Ganz anders die Bilder von Ernst Jani. Seine Bilder sind „Non- sense- Bilder“; wohlgemerkt nicht im Sinne von Unsinn, sondern eben Bilder, die gerade keinen vorgefertigten Sinn und Zweck vorlegen, sondern Bilder, die etwas von dem deutlich machen, dass unsere Welt ausreichend Raum braucht für menschliche Kreativität. Kreativität, die frei ist von Zweckrationalität und messbarem Nutzen. (…)
Eine Kunst also, die uneingeschränkt und unbedingt auf uns zu kommt.
Die uns uneingeschränkt und unbedingt angeht.
Eine Kunst, auf die man sich einlassen kann, egal, woher man kommt…
Mag. Gabriele Morgenroth (Kunsthistorikerin):
Virtuose Leichtigkeit
Kühn, lebendig und packend ist Ernst Janis Stil.In seinen Blättern spürt man buchstäblich das Spiel mit den bildnerischen Elementen, die figürliche, pflanzliche, landschaftliche, geometrische und musikalische Assoziationen evozieren.
In der spontanen „skizzenhaften“ Darstellung, vielfach in Aquarelltechnik, entstehen häufig einfachste Dinge, in denen man höchste Wahrheiten zu finden bereit ist.
Jani wählt extreme und ungewöhnlich erscheinende Formen, zum Kulminationspunkt gesteigerte Bewegungen und schildert damit Rhythmen, die in dieser Art und Weise nicht so oft zu sehen sind.
In seinen Arbeiten scheint, dass die Verwendung des thematischen Materials oftmals nach musikalischen Gesichtspunkten erfolgt, Wiederholung, Umkehrung, Abwandlung, dynamische Steigerung und Minderung, steigender und fallender Rhythmus.
Ernst Janis sehr eigenwillige Bildsprache reflektiert seine große künstlerische Kreativität, die ihm eigen ist und mit der er vielleicht auch Geheimes durch Geheimes ausdrücken will.